Pilates Ball
Pilates Ball – Training mit Präzision & Kraft
Welche Bälle gibt es und wofür eignen sie sich? Softball, Toningball & Co.
Welche Pilates Bälle gibt es?
Die wohl wichtigsten im Pilates eingesetzten Ball – Arten sind „Softball“ – auch „Overball“ oder „Rendondo-Ball (Marke von Togu) genannt, „Toningball“, „Igelball“, „Triggerball“ und „Gymnastikball“.
Du ahnst es vermutlich schon: Viele dieser Bälle werden nicht ausschließlich im Pilates Training genutzt und sie wurden auch nicht von Joseph Pilates erfunden oder in seine Übungen eingebunden. Modernes Pilatestraining nutzt diese Tools jedoch häufig. Ein Pilates Ball kann Übungen unterstützen, erschweren oder hilft, bestimmte Muskelgruppen bewusster anzusteuern. Je nach Variante kann ein Ball zum Beispiel zwischen die Knie geklemmt, unter den Rücken gelegt, in den Händen gehalten oder als instabile Unterlage genutzt werden.
Das Besondere: Durch die Arbeit mit dem Ball wird das Training oft präziser, weil der Körper stärker auf Kontrolle, Zentrierung, Atmung und Stabilität achten muss – also genau auf die Prinzipien, die Pilates ausmachen.
Vorteile eines Pilates Balls:
Der Soft Ball – ein Klassiker im Pilates Training
Der Soft Ball ist wahrscheinlich der bekannteste Pilates Ball. Er ist klein, weich, leicht elastisch, sehr strapazierfähig und wird mit Luft gefüllt. Typische Größen liegen häufig bei etwa 18 bis 26 cm. Meine Varianten von Sissel sind 22 cm und 26 cm groß. Der Sissel Soft Ball ist ein oft in Pilates Studios eingesetztes Produkt und auch ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Wofür eignet sich ein Soft Ball?
Ein Soft Ball wird häufig verwendet, um:
• die Bauchmuskulatur gezielt zu aktivieren
• die Adduktoren stärker einzubinden
• die Brust- und Schulterstabilität zu trainieren
• die Wirbelsäule in Rückenlage sanft zu unterstützen
• Balance und Koordination zu verbessern
Typische Pilates Übungen mit dem Soft Ball sind:
- Ball zwischen den Knien in der Bridge
- Ball zwischen den Händen beim Chest Lift
- Ball unter Kreuzbein oder Rücken zur Mobilisation oder den Bewegungsradius zu verkleinern (Roll Over)
- Ball zwischen den Oberschenkeln für mehr Beckenbodenaktivierung
- Arm- und Beinübungen mit instabiler Unterlage
- Atem-Wahrnehmungsübungen
Toning Bälle – für mehr Kraftreize
Toning Bälle sind kleine, gewichtete Trainingsbälle. Im Gegensatz zum klassischen Soft Ball dienen sie weniger der Instabilität, sondern vor allem der Kräftigung. Sie werden meist in den Händen gehalten und bringen zusätzliches Gewicht in kontrollierte Pilates-Bewegungen. Die Toning Bälle haben einen Durchmesser von ca. 9 cm, liegen damit angenehm in der Hand und sind damit ideal für fließende Bewegungen geeignet. Die meisten Varianten wiegen zwischen 300g und 1000g. Ich arbeite am liebsten mit den 900g Toning Bällen von Sissel. Auch für Anfänger würde ich dir dieses Gewicht empfehlen, denn die 300g – 500g werden dir ziemlich schnell zu leicht werden.

Wofür eignet sich ein Toning Ball?
Toning Bälle sind besonders sinnvoll für:
• Arm-, Schulter- und Oberkörpertraining
• mehr Intensität
• einen sanften Start ins Training mit Gewichten
• funktionelle Bewegungsabläufe mit Zusatzgewicht
• Verbesserung von Koordination und Muskeltonus
Typische Pilates Übungen mit Toningbällen und den Händen sind:
- Arm Circles
- Roll Up
- Hundred
- fast alle Übungen, bei denen du die Arme stärker einbeziehen willst
Der Igelball – Aktivierung und Massage
Der Igelball oder auch Noppenball ist sehr leicht und belastbar. Er eignet sich insbesondere für alle Übungen, bei denen du dein Körpergewicht einsetzt und gezielt dein Gewebe massieren und hydrieren möchtest. Aber auch Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts sind mit den Igelbällen möglich. Bei diesem Tool ist die Qualität besonders entscheidend, denn ein zu stacheliger Ball macht weder Freude noch haben die sehr spitzen Noppen einen Vorteil. Ich bin Fan der FAMO Myofascial Massage Balls.
Die Noppen sind angenehm abgerundet und die Größe mit 10cm ideal geeignet, zum Beispiel auch im Nacken- oder Leistenbereich.

Wofür eignet sich ein Igelball?
Ein Igelball wird häufig verwendet, um:
• die Durchblutung anzuregen
• Muskeln und Faszien zu massieren
• die Körperwahrnehmung zu verbessern
• Gleichgewichts- und Stabilitätsübungen auszuführen
Gymnastikbälle im Pilates
Gymnastikbälle sind die größten Pilates Bälle in unserer Übersicht. Der leichte Ball eignet sich gut für Balance und Stabilitätsübungen aber auch für das Beckenbodentraining. In der Regel sind die Bälle zwischen 45cm und 75 cm im Durchmesser groß und relativ leicht, da sie mit Luft gefüllt sind. Die großen Varianten kann man auch sehr gut als Alternative zum Schreibtischstuhl zeitweise als Sitzgelegenheit einsetzen.
Wie bei allen vorgestellten Bällen, solltest du auf Qualität wert legen, damit das Training auch Spaß macht und nicht an chemisch riechenden oder zu wenig belastbaren Tools scheitert.

Wofür eignet sich ein Gymnastik Ball?
Gymnastikbälle lassen sich sinnvoll nutzen für:
• anspruchsvolle Balance-Übungen
• intensives Core-Training
• Mobilisation und Stretching
• Training der Rücken- und Haltemuskulatur
• Ganzkörperübungen mit instabiler Unterlage
Typische Pilates Übungen mit Gymnastikbällen:
- Unterarmstütz mit Füßen auf dem Ball
- Rückenextension
- Wall Squats mit Ball
Triggerbälle – gezielte Reize
Trigger-Bälle werden selten in Pilates-Kursen genutzt sondern eher beim persönlichen Training. Sie eignen sich zur etwas stärkeren Massage der Füße, Hände und gezielt auch einzelner Schulterbereiche. Verspannungen lassen sich punktgenau bearbeiten.
Ich nutze Bälle, die noch relativ weich sind aber bei Triggerbällen kommt es stark auf deine Präferenz für den Härtegrad an.

Verschiedene Bälle – verschiedene Möglichkeiten. Ich persönlich nehme ein Paar Igelbälle immer mit auf Reisen. Zusammen mit meinem Widerstandsband habe ich so mein Mini-Gym immer griffbereit, egal wo ich unterwegs bin.
Probier es doch mal aus!
